Das Experteninterview mit Dr. Ivan Bristow zum Thema Hornhaut
Wie entsteht Hornhaut und was lässt sich dauerhaft dagegen tun? Wir haben den renommierten Podologen Dr. Ivan Bristow dazu interviewt.

Was sind die häufigsten Fußprobleme?

Dr. Ivan Bristow: Verschiedene Fußprobleme betreffen Menschen in verschiedenen Lebensphasen. So tauchen zum Beispiel Plantarwarzen (Fußsohlenwarzen) und eingewachsene Fußnägel vermehrt bei Schulkindern auf, während Erwachsene anfälliger sind für trockene Haut oder Hornhaut an den Fußsohlen – aber auch für schmerzende Füße oder Fußpilz, eine Pilzinfektion, die Haut und Nägel befallen kann.

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Welche Fußprobleme sehen Sie am häufigsten in Ihrer Praxis?

Dr. Ivan Bristow: Fußspezialisten haben es am häufigsten mit Hornhaut in ganz verschiedenen Ausprägungen zu tun. Das kann von trockener und sich rau anfühlender Haut an der Fußsohle bis hin zu Haut-Verdickungen reichen, die unangenehm beim Gehen sind. Aus solchen verdickten Hautpartien an den Füßen können sich Hühneraugen oder Hornhautschwielen entwickeln, die mitunter sehr schmerzhaft sind.

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Was ist die Ursache für Hornhaut?

Dr. Ivan Bristow: Verhornungen (Hühneraugen und Hornhaut) werden durch eine Kombination verschiedener Faktoren hervorgerufen. Doch zunächst entstehen sie durch übermäßigen Druck auf die Haut an den Füßen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Meistens liegt es an schlechtsitzenden Schuhen, egal ob zu enge Schuhe, die am Zeh scheuern, oder zu große, lockere Schuhe. Beides sorgt beim Laufen für ein zu hohes Maß an Reibung und Druck. Wenn wir erwachsen werden, wird unsere Haut außerdem immer trockener und unsere Füße sind immer längeren Belastungsphasen ausgesetzt, in denen wir auf harten Untergründen stehen oder von einem Termin zum nächsten hetzen. Zehenfehlstellungen wie Ballen- oder Hammerzehen können zudem unsere Fußform verändern, wodurch wir noch anfälliger für Hühneraugen und Hornhaut werden.

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Welche Folgen kann Hornhaut haben?

Dr. Ivan Bristow: Hornhaut oder verhornte Hautpartien entstehen durch immer wieder auftretenden übermäßigen Druck. Der Druck lastet auf unseren Füßen, wenn wir stehen oder gehen, und sorgt dafür, dass die Haut an der jeweiligen Druckstelle rot wird und sich entzündet. Diese Entzündung ruft kleine, lokale Veränderungen in der Haut hervor, sodass diese im Laufe einiger Tage oder Wochen dicker und härter wird.
Eine verdickte Hautpartie an der Fußsohle bezeichnet man als Hornhaut oder auch Hornhautschwiele. Es zeigt sich als eine etwas dickere, gelbe Hautstelle, die für manche Menschen schmerzlos sein kann, bei anderen aber einen brennenden Schmerz hervorrufen kann. Wenn sich die Hornhaut weiter verdickt, kann der Druck beim Gehen an einigen Stellen des Fußes wie der Fersenkante dazu führen, dass die Haut einreißt – was zu Schrunden (rissigen Fersen) führen kann. Dies tritt häufiger auf, wenn die Haut trocken ist.
Ein Hühnerauge hingegen ist eine unauffälligere, kleinere Stelle aus verhärteter Haut, die sich aus einer Hornhautschwiele entwickelt und die Form eines kleinen Steins annimmt. Aufgrund dieser Form verursachen Hühneraugen meist einen stechenderen, pochenden Schmerz als Hornhaut. Sie treten in bestimmten Bereichen auf, zum Beispiel an der Außenseite des kleinen Zehs, an hervorstehenden knochigen Partien oder am Fußballen.
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Wie behandelt man Verhornungen am besten?

Dr. Ivan Bristow: Bei Hornhaut oder Hornhautschwielen hilft eine Fußcreme. Da die von Hornhaut betroffenen Stellen dicker sind, kann eine Creme mit Urea effektiver und schneller wirken als eine reine Feuchtigkeitscreme, um die Symptome und die trockene Haut am Fuß zu reduzieren. Die gelegentliche Verwendung eines Fuß-Peelings kann zudem helfen, die Hornhautentstehung zu reduzieren. Bei rissigen Fersen kann eine Schrundensalbe sofortige Linderung verschaffen. Sie versiegelt und beruhigt die schmerzhaften Fersen, damit diese wieder verheilen können.

 

Falls Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Füße zu erreichen, oder eine Erkrankung wie Diabetes haben, sollten Sie zunächst Ihren Arzt oder Podologen um professionelle Hilfe bitten. Diese kann oft sofortige Erleichterung bringen und die Wahrscheinlichkeit weiterer Probleme verringern. Ein solcher Fußspezialist kann übermäßig verhornte Haut (Hühneraugen und Hornhautschwielen) schmerzfrei entfernen, was häufig zu sofortiger Linderung führt. Sie können Ihnen außerdem zeigen, wie Sie Ihre Füße am besten pflegen und welche Schuhe für Ihren Fußtyp am besten geeignet sind. Das kann helfen, die Rückkehr schmerzhafter Hühneraugen und Hornhaut zu verhindern.

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Hier haben wir Ihnen einige Tipps für schöne, geschmeidige Füße zusammengestellt.

Wie verhindert man am besten die Entstehung von Verhornungen?

Dr. Ivan Bristow: Vorsicht ist besser als Nachsicht, wie man so schön sagt. Falls Sie also trockene Haut an den Fußsohlen haben, sollten Sie Ihre Füße regelmäßig mit einer Feuchtigkeitscreme für die Füße eincremen. Verwenden Sie hierfür idealerweise eine mit Urea, dadurch wird die trockene Haut schnell wieder mit Feuchtigkeit versorgt und die Hautdicke reduziert. Außerdem fühlt sich die Haut dadurch weicher und flexibler an, sodass sie nicht mehr so schnell reißt oder sich Hornhautschwielen oder Hühneraugen bilden. Am besten verwenden Sie die Creme mindestens zweimal am Tag (gerne auch häufiger), vorzugsweise nachdem Sie die Füße gewaschen haben, um die Wirkung zu maximieren.

 

Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihre Schuhe richtig passen. Zu lockere oder zu enge Schuhe können scheuern und schließlich zu Hornhaut(schwielen) und Hühneraugen führen. Ein Schuh mit einer dicken, flexiblen Sohle ist für die Meisten eine gute Wahl, da er den Fuß beim Gehen abfedert und so den Druck auf die Fußsohlen verringert.

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Hier erfahren Sie mehr zum Thema Pflege für trockene Füße

Welche Auswirkungen können schmerzhafte Füße haben?

Dr. Ivan Bristow: Schmerzende Füße aufgrund von Verhornungen können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Tatsächlich sagen viele Patienten: „Wenn die Füße weh tun, tut alles weh.“ Und Studien haben gezeigt, wie Hornhaut und Hühneraugen die Lebensqualität beeinflussen können, vor allem da sie das Gehen und andere Aktivitäten, die für das Wohlbefinden wichtig sind, einschränken.

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Über den Autor

Dr. Ivan Bristow ist Podologe und forscht im Bereich der Hauterkrankungen am Fuß. Er ist ein Kollege des College of Podiatry in London, England, und veröffentlicht regelmäßig Arbeiten zu Hautproblemen, die den Fuß betreffen.





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